+++ Update: Seit Beginn dieser Kampagne konnten zehn neue Dachgarten gebaut werden. Es gibt somit jetzt schon zwanzig Dachgärten, weitere sollen noch folgen. Der Corona Lockdown im Libanon betrifft auch die Bewohner*innen im Ein El Hilweh Lager. Die ökonomische Situation hat sich für viele Familien verschlechtert, da Arbeitsplätze wegfallen. Außerdem steckt der Libanon in einer wirtschaftlichen Krise. Alle Preise sind enorm gestiegen, auch die für das Material der Dachgärten. Dabei ist die Selbstversorgung jetzt wichtiger denn je. Die Frauenkooperative entwickelt ihre Gärten weiter und plant weitere Gärten auf den Dächern des Lagers – dabei benötigen sie solidarische Unterstützung: Garten Starten! +++

In einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon leben über 100.000 Menschen auf engstem Raum. Jetzt hat eine Frauenkooperative mit dem Bau von Dachgärten begonnen. Dabei benötigt sie unsere Unterstützung!

JEDE SPENDE ZÄHLT!

Schon für 30 Euro kaufen die Frauen Biosamen, für drei Säcke Biodünger bezahlen sie 120 Euro und für 200 Euro können Bewässerungssystem und Wassertank installiert werden. Für 1000€ kann ein kompletter Dachgarten im Flüchtlingslager gebaut werden. Dafür könnt Ihr auch eine Gartenschaft gründen und gemeinsam Geld sammeln. Jede Spende zählt und zahlt sich unendlich aus!

DÄCHER DIE DIE WELT BEDEUTEN

Seit über 70 Jahren existiert das palästinensische Flüchtlingslager »Ein El Hilweh« im Libanon. Es gleicht einem Freiluftgefängnis.

Eine Mauer begrenzt das gerade einmal 1,5 km² große Lager, in dem heute über 100.000 Menschen leben. Der Eingang wird vom libanesischen Militär kontrolliert, die Straßenzüge werden von Milizen beherrscht, die mit schweren Waffen ihre Reviere verteidigen.

Viele der Flüchtlingsfamilien leben seit Generationen hier, in engen und oftmals provisorischen Häusern. Sie können weder zurück, noch ein neues Leben beginnen. Mit der Registrierung bei der libanesischen Regierung und dem UN-Hilfswerk bekommen sie zwar einen Flüchtlingsstatus, doch sie bleiben im Libanon Menschen zweiter Klasse: eingeschränkte Arbeitserlaubnis, kein Pass, kein Wahlrecht. Und trotzdem: Überall, wo Menschen leben, gibt es die Sehnsucht nach einer Zukunft. Und wenn eine Mauer diese Sehnsucht begrenzt, bleibt nur der Weg nach oben - auf die Dächer.

Die Frauenkooperative des medico-Partners Nashet hat im Flüchtlingslager mit dem Bau von Dachgärten begonnen, um Frauen und Familien eine Perspektive jenseits des jahrzehntelangen Stillstands zu geben. Zehn solcher Oasen wurden schon gebaut. Mit den Dachgärten wächst etwas Neues im Ein El Hilweh, eine Alternative zum tristen Camp-Alltag und der gewalttätigen Lagerökonomie.

 

Mit der Ernte können die Frauen ihre Familien versorgen und mit Unterstützung der Frauenkooperative Zewedetna verkaufen sie das Gemüse auf Märkten außerhalb des Lagers. Im Haus der Kooperative werden aus einem Teil der Ernte Marmelade, Aufstriche und andere Produkte hergestellt. Außerdem kochen die Frauen hier auch für zahlende Gäste. Die Kooperative läuft und die Nachfrage steigt. Die Gärten eröffnen neue Perspektiven auch außerhalb des Lagers – doch noch gibt es viel zu wenige. Das wollen wir ändern!

Ein Projekt unter freiem Himmel, in dem die Frauen ihre eigenen Chefinnen und nicht mehr auf die Erlaubnis ihrer Ehemänner angewiesen sind: Dazu gehört viel Selbstbewusstsein. Aber gemeinsam sind die Frauen stark.

Unterstützt sie dabei!

 

Weitere Infos über medico-Projekte im Libanon.

GARTENSCHAFTEN GESUCHT!

Schließt euch zusammen, startet eine Aktion in der Nachbarschaft, im Freundeskreis oder online! Organisiert eine Soliparty, eine Tombola oder eine Vereinsspende - ihr bekommt dafür von uns Flyer, eine Spendenbox und alle nötigen Informationen. 

From the bottom to the rooftop

Gartenbau, Pflege, Ernte, Verkauf: Alles ist selbstorganisiert. Nach einer einfachen Bauanleitung werden auf den Dächern die Gärten errichtet. Je nach Größe werden pro Jahr zwischen 1.000 und 3.000 kg Obst und Gemüse geerntet.

Feministischer Dachverband

Die Kooperative unterstützt Frauen dabei, sich unabhängig zu organisieren und ermutigt sie, sich zu emanzipieren. Die Dachgärten bedeuten für viele von ihnen einen ersten Schritt in die Selbständigkeit und (ökonomische) Unabhängigkeit.

...und auch noch alles BIO

Für den Gemüseanbau wird ausschließlich heimisches und nicht gentechnisch verändertes Saatgut verwendet. Die Konstruktion der Gewächshäuser ist genau auf den begrenzten Raum angepasst. Weder Pestizide noch chemische Dünger kommen zum Einsatz.

Die ersten 10 Gärten sind bereits gebaut, jetzt wollen wir die Frauenkooperative beim Bau von mindestens 50 weiteren unterstützen. Denn das Interesse ist riesig - und im Lager gibt es noch viele leere Dächer, auf denen etwas Neues entstehen kann.

Wie lange wollen wir noch warten bis wir endlich einen Garten starten?